Viele wünschen sich für den ein oder anderen Zweck einen kleinen Server zuhause. Die einen downloaden gerne größere Mengen und wollen nicht ihren Tower die ganze Nacht laufen lassen, andere möchten Webseiten lokal testen, eigene Anwendungen aufsetzen, das Haus automatisieren, Medien im Netzwerk bereitstellen oder ein NAS aufsetzen ohne viel Geld auszugeben. Nimmt man nun einen alten PC, so verbraucht dieser viel Strom. Kauft man sich einen ITX-Rechner, kostet das schon einiges. Man sucht also einen leisen und kleinen Rechner ohne viel Leistung, der ein paar Aufgaben übernehmen kann ohne die Stromrechnung in die Höhe zu treiben zu einem moderaten Anschaffungspreis.
Was ist ein Thinclient?
Ein Thinclient ist ein schmaler, kleiner PC, der meist in Firmen verwendet wird, wo ein kleiner PC benötigt wird um auf einen Server zuzugreifen. Somit benötigt man den PC nur als Verbindung oder maximal eine Auftragssoftware läuft darauf. In vielen Möbelhäusern findet man die schmalen Kästen überall. Der Klassiker ist der IBM Netvista N2200, der sehr gerne als Hardware-Firewall verwendet wird, wie dies bei mir lange der Fall war. Doch er bietet kaum Leistung und veraltete Anschlüsse. Ich selbst wollte aber gerne ein Rechner mit ein wenig Leistung haben, am besten komplett passiv, ursprünglich für die Hardware-Firewall IPFire. Nach längerem suchen in Foren kam ich schließlich zum Fujitsu Futro S400. Die Fujitsu Futro Reihe ist eine etwas ältere Thinclient-Reihe, die es für wenig Geld in der Bucht gibt. Aktuelle Angebote belaufen sich auf 19,99€. Ein ausreichender Rechner für 20€, das ist genial!
Der Fujitsu Futro S400
Ein schmales, kleines Gerät, was aufrecht stehen kann und somit kaum Platz weg nimmt. Dazu ein externes Netzteil, wodurch selbst der Netzteillüfter entfällt. Er produziert zwar ein wenig Abwärme, was aber ok ist. Steht er im freien, merkt man das gar nicht. Lediglich wenn er, wie bei mir, in einem Schrank steht, wird die obere Schrankplatte handwarm, mehr passiert aber auch nicht. Leistung und so:
- 1 GHz AMD Prozessor
- max. 60 Watt
- 25cm hoch
- 256 / 512 MB Ram
- Speicher via CF-Karte
- 4x USB (bei mir 2x USB 2.0, 2x USB 1.1)
- VGA, RS-232, Parallel, PS/2
- 1 PCI Slot mit Riser-Card
- Gigabit Ethernet
- 1 IDE Steckplatz
Also an sich zwar nicht das schnellste und modernste, aber vollkommen ausreichend für einen kleinen Linux-Server ohne rechenintensive Prozesse. Dank CF-Karte ist man auch variabel und günstig in der Anschaffung. Bei mir schafft eine übrig gebliebene 4GB CF Karte bei der noch knapp 2GB frei sind nachdem ich das System aufgesetzt und paar Programme / Skripte installiert habe.
Geräte- und Linux-Installation
Da der S400 gebraucht gekauft wird, dürfte eigentlich alles vorhanden sein. Man kauft sich noch eine CF-Karte z.B. eine 16GB CF Karte. Eingesteckt, Ram ist in den meisten Fällen schon vorhanden, Strom anschließen und los gehts. Das schöne am S400 ist, dass man über USB booten kann, also einfach ein externes DVD-Laufwerk anschließen, Linux Installations-CD rein und los gehts. Im BIOS (Beim booten entf, F1 oder F2 drücken, hängt vom Modell ab) sollte man vorher noch einmal schauen, dass USB Boot auch aktiviert ist und dass die Bootreihenfolge stimmt. Ich selbst habe mich durch langjährige Erfahrung für ein gewöhnliches Debian Linux entschieden, zumal hier eh immer die aktuelle Installer CD herumliegt. Die Installation läuft wie auf eine gewöhnliche Festplatte. Bei der Paketauswahl habe ich nur die Grundinstallation, Web-, SQL-, SSH- und Dateiserver ausgewählt. Grafische Oberfläche und andere Sachen werden hierfür nicht benötigt und verbrauchen nur Speicherplatz. Dem Installations-Assistenten gefolgt hat man irgendwann ein fertiges Debian Linux auf der CF-Karte am laufen und bei mir lief alles auf Anhieb ohne Probleme (i386 Netinstall-CD).
Wie es nun weiter geht
Der Server ist erfolgreich eingerichtet und läuft lautlos vor sich hin. Dank dem SSH Server kann man sich nun am Windows-PC mittels puTTY auf dem Server einloggen (einfach IP-Adresse eintragen, Port ist wie immer standardmäßig 22).
Bei Mac ist die Software bereits dabei, da öffnet man einfach über Programme -> Dienstprogramme -> Terminal den Terminal und tippt folgendes ein:
ssh 192.168.0.5
wobei man die IP-Adresse durch die IP-Adresse des Servers ersetzen muss.
Im zweiten Teil meiner kleinen Artikel-Reihe zeige ich dann, wie man auf dem kleinen Debian-Server ein günstiges Mini-NAS mit einer externen Festplatte aufsetzt.
Und wie man auf dem Titelbild auch gut sehen kann, passt er wunderbar in einen Schrank, der von der Höhe her für zwei Ebenen Aktenordner geeignet ist, so kann man ihn überall wunderbar unterbringen. Klar gibt es noch kleinere Mini-ITX Rechner mit WLAN und co. aber nicht zu dem Preis, wenn man eine günstige Lösung zum basteln sucht.
Auslastung
root@s400:~# cpufreq-info
cpufrequtils 008: cpufreq-info (C) Dominik Brodowski 2004-2009
Bitte melden Sie Fehler an [email protected].
analysiere CPU 0:
Treiber: powernow-k7
Folgende CPUs laufen mit der gleichen Hardware-Taktfrequenz: 0
Die Taktfrequenz folgender CPUs werden per Software koordiniert: 0
Maximale Dauer eines Taktfrequenzwechsels: 200 us.
Hardwarebedingte Grenzen der Taktfrequenz: 667 MHz - 1000 MHz
mögliche Taktfrequenzen: 667 MHz, 800 MHz, 1000 MHz
mögliche Regler: powersave, userspace, conservative, ondemand, performance
momentane Taktik: die Frequenz soll innerhalb 667 MHz und 1000 MHz.
liegen. Der Regler "ondemand" kann frei entscheiden,
welche Taktfrequenz innerhalb dieser Grenze verwendet wird.
momentane Taktfrequenz ist 667 MHz (verifiziert durch Nachfrage bei der Hardware).
Statistik:667 MHz:99,36%, 800 MHz:0,03%, 1000 MHz:0,61% (12)
Ich hatte soweit ich weiß nie Probleme damit, dass der Prozessor auf 100% läuft. Im Leerlauf (lediglich SQL, Apache und co. am laufen) ist der Prozessor fast gar nicht ausgelastet und komme auf folgende Werte:
root@s400:~# cat /proc/loadavg
0.05 0.05 0.05 1/119 2867
root@s400:~# cat /proc/meminfo
MemTotal: 221976 kB
MemFree: 71236 kB
Hat jemand Erfahrungen mit der Nutzung des Fujitsu Futro S400 Thinclient als Mini-Server für ungewöhnliche Anwendungen, wie zum Beispiel das Erkennen von Gesichtern in CCTV-Systemen oder das Trainieren von Maschinellen Neuralen Netzen?